Rezension zu „Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses“ von Dee Brown
Dieses Buch war eines der ersten Bücher aus dem ethnohistorischen Genre, welches mir vor die Augen kam. Und es ist ein intensives, beeindruckendes und auch ein sehr bedrückendes Buch. Denn die Grausamkeiten, die in diesem Buch geschildert werden, haben mich beeindruckt und sie haben mich beeinflusst.
In den 70ern wurde es bei Hoffmann und Campe verlegt, in der DDR kam es ebenfalls in den 70ern bei Neues Leben Berlin heraus und mich erreichte es als eben jenes Exemplar von Neues Leben Berlin Mitte der 80er Jahre. Ich selbst war noch beim Entdecken der Natur des Homo Sapiens, habe aber durchaus schon die dunklen Seiten in uns kennenlernen dürfen. Obwohl ich schon einiges über die Bewohner der Amerikas und die Eroberung ihrer Welt durch die Europäer wusste, schockierte mich dieses Buch durchaus sehr. Gerade die Ereignisse um das Massaker von Sand Creek an den Cheyenne haben es wirklich in sich und sind nichts für zarte Nerven. Dennoch zeigt dieses Buch das drastische Vorgehen des Menschen mit seinen Mitmenschen sehr ausdrucksstark, besonders wenn der Faktor der Gier mit hinzukommt. Es zeigt wahrheitsgetreu wie wir Menschen sind, welche dunkle Seite in uns lauert. Und genau dieses blutdürstige Verhalten ist in unserer Geschichte weltweit zu beobachten, in der Vergangenheit, in der Gegenwart und wahrscheinlich auch in der Zukunft, wenn wir nicht in uns selbst oder in der Natur unsere Endgegner finden.
Was ich erstaunlich finde, dass dieses Buch immer noch käuflich zu erwerben ist. Es ist ja nun schon einige Zeit seit seiner 1. Auflage vergangen. Aber es ist ein Geschichtsbuch und damit wird es wohl nie unbedeutend, denn das grausame Vorgehen der Eroberer verdeutlicht es drastisch und treffend, zeigt die Natur des Menschen und verweist die Lesenden/die Lebenden auf den immer möglichen Ausbruch des Dunklen/des Bösen/des Brutalen in uns. Und verweist uns Lebende darauf immer wachsam zu bleiben um die Vorzeichen des Ausbruchs des Dunklen deuten zu können und gegebenenfalls dagegen angehen zu können/dagegen angehen zu müssen. Wegen unserem Überlebensdrang und vielleicht auch wegen unserem immerwährenden Kampf gegen das Böse.
⭐⭐⭐⭐⭐
Rezension: © Booquinia
Unbezahlte Werbung, Coverbild des Buches: © Anaconda
Sachbuch
2012 bei Anaconda erschienen
978-3-86647-836-7
544 Seiten
