Rezension zu „Die Geschichtensammlerin“ von Jessica Kasper Kramer
Ein naiver und kindlicher Blick auf die sozialistische Diktatur Rumäniens. Das kann gefallen. Das gefällt auch vielen. Nur halt mir nicht. Für mich war das zu überzogen und zu übertrieben. Und auch ein Blick, der das geschehene Grauen in Rumänien etwas minimalisiert. In meinen Augen zumindest. Diese grauenhaften Ereignisse in Rumänien brauchen einen erwachsenen Blick. Ein Kind, welches in einer Diktatur aufwächst, wird sicher frühzeitig so erzogen, dass es eben nicht die ganze Familie gefährdet. Das ist der erste Punkt, der mir sehr missfallen hat. Gut, es gab sicher auch Kinder, die Fehler begangen haben, oder einfach kindlich gehandelt haben. Ja, mag sein. Aber mir hat das eben nicht gefallen, muss es ja auch nicht! Das nächste, was ich bemängele, ist dieses etwas altkluge Kind und seine Sicht. Vielleicht sollte ich einfach nicht mehr zu Büchern greifen, in denen kindliche Erzählstimmen vorkommen. Aber das Thema Rumänien hat mich einfach gereizt. Nun gut. Das nächste, was mir etwas aufgestoßen ist. Eine amerikanische Autorin, hhmm, ich habe nichts über einen Bezug zu Rumänien herausfinden können. Gut, man muss keinen Bezug zu etwas haben, um gute Bücher schreiben zu können. Aber vielleicht hätte etwas mehr Nähe hier helfen können. Obwohl schon einige geschichtliche Informationen durchsickern, aber dünn gesät, weil kindlich betrachtet. Leider! Und der nächste Punkt, der mir nicht so gefallen hat, ist dieser etwas märchenhafte Aspekt. Gut, über diesen wird halt auch der ewige Kampf des Guten gegen das Böse symbolisiert, oder auch Ileanas Kampf für das Gute. Aber letztendlich ist dies alles etwas zu einfach in meinen Augen. Geht es doch in diesem Buch über das Grauen, dass Ceaușescu und seine Securitate über Rumänien gebracht hat. Und dies sollte in meinen Augen anders betrachtet werden. Aber dies ist meine persönliche Meinung dazu.
⭐⭐⭐
Rezension: © Booquinia
Unbezahlte Werbung, Coverbild des Buches: © Wunderraum
Gegenwartsliteratur
2020 bei Wunderraum erschienen
978-3-336-54815-6
352 Seiten
