Rezension zu „Fast Hell“ von Alexander Osang
Zwei Freunde fahren über die Ostsee nach St. Petersburg/Leningrad. Die weißen Nächte entfalten ihren Zauber. Genauso wie die Fahrt, das damit verbundene Erleben und die Eindrücke in St. Petersburg/Leningrad ihren Einfluss auf die beiden Freunde haben.
Der Journalist (langjähriger Spiegel-Reporter und ebenso Redakteur bei der Berliner Zeitung (vor und nach der Wende)) und Autor Alexander Osang und sein Freund Uwe machen sich Gedanken über das Gestern in der DDR und das Heute in Deutschland. Was macht das mit den Menschen? Geistreich und erhellend empfinde ich dieses Buch und ich würde sagen, dass ich es empfehle für Interessierte. Hier kann man etwas lernen über dieses Gestern und seinen Einfluss auf das Heute. Genauso wie man lernen kann, dass es kein Schwarz oder Weiß gibt. Gleichwohl dieses Schwarz und Weiß nach wie vor sehr gern propagiert wird. Leider!!!
Eigentlich sollte Alexander Osang ein Portrait über Ostdeutsche für den Spiegel schreiben. Nachträglich entstand dann dieses Buch, dem ich richtig viele Leser wünsche. Denn hier kann man etwas lernen. Wenn man das denn will!?!?
Dennoch ist dies keine einfache Schreibe, wirkt eher zerstückelt und anekdotenhaft. Alexander Osang schafft es trotzdem ein interessantes Bild auf vergangene Vorgänge und ihre Zusammenhänge mit späterem Geschehen darzulegen. Interessant gemacht ist dieses Buch und man merkt dem Autor seine Erfahrung deutlich an, gerade dadurch entsteht ein richtig guter und vielschichtiger Blick auf die Vergangenheit. Ein Blick, der mir sehr gefallen hat, der nachdenklich macht, vergangenes hochkommen lässt, lehrreich ist.
Andererseits bin ich durch dieses Buch auf den Autor aufmerksam geworden und ich freue mich schon sehr auf „Elena“.
⭐⭐⭐⭐⭐
Rezension: © Booquinia
Unbezahlte Werbung, Coverbild des Buches: © Aufbau Verlag
Essay
2021 beim Aufbau-Verlag herausgebracht
978-3-351-03858-8
237 Seiten
