Rezension zu „Der große Sommer“ von Ewald Arenz
Ewald Arenz hat mich mit „Der große Sommer“ wieder begeistern können. Obwohl „Alte Sorten“ in meinen Augen dennoch besser war. Doch dieses Empfinden lag an den beiden Protagonisten von „Alte Sorten“. Frieder schafft es nicht so sehr bei mir einzuschlagen, wie das Sally und Liss geschafft haben. Doch das ist kein Manko, sondern liegt eher bei meiner Empathie, bei meinen Möglichkeiten. Denn dieses Einschlagen lag an den gezeichneten Charakteren Sally und Liss, ihren Unzulänglichkeiten, ihrer Art. Frieder ist natürlich anders, ein Junge, in seiner Art mir entfernt. Was natürlich nicht schlecht ist! Denn …
Denn Frieder ist ein herrlich beschriebener Charakter. „Der große Sommer“ ist eine wunderschöne Coming of age Geschichte, eine Geschichte des ersten Sprungs, der ersten Liebe und des ersten Unglücks. Frieder muss in diesem Sommer nachsitzen, für seine verhauenen Mathe und Latein Prüfungen bei seinem strengen Opa büffeln, dass er die Zweitprüfungen schafft, kann deshalb nicht mit seiner Familie in den Sommerurlaub fahren. In diesen Wochen erlebt Frieder alles: Freundschaft und Angst, Respekt und Vertrauen, Liebe und Vergänglichkeit und Enttäuschung, ist Täter und Opfer. Ein großer Sommer, der sein ganzes Leben prägen wird. Denn zum Glück gibt es seine Schwester Alma, seinen Freund Johann und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug 😊 , ebenso wie es die Großeltern gibt, Großvater und seine Nana. Ein Buch über einen Jungen, der langsam erwachsen wird. Empathisch, klug und spannend. Und ebenso ist dieses Buch eine Rückschau, eine Sicht auf eine vergangene Zeit, eine richtig schöne Reise in das Land der Erinnerungen. 😊
Interessant fand ich die Information, dass eine vertrauenswürdige Leserin meint, dass die älteren Romane (Diamantenmädchen, Teezauberer und Schokoladenduft) von Ewald Arenz noch besser seien, als seine neueren Werke (Sorten und Sommer). Was diese Information wohl bewirken wird?!?! …
⭐⭐⭐⭐⭐
Rezension: © Booquinia
Unbezahlte Werbung, Coverbild des Buches: © DuMont
Gegenwartsliteratur
2021 bei DuMont erschienen
978-3-8321-8153-6
320 Seiten
