Rezension zu „Mein fernes, fremdes Land“ von Sebastian Barry

Wieder ein Buch von Sebastian Barry, ein irischer Autor, der mir schon mit seinen Büchern „Tage ohne Ende“ und „Tausend Monde“ bekannt ist und der mich mit beiden Büchern/Handlungen und der traurigen, berührenden und poetischen Tonart tief bewegt hat und wohl langsam zu einem Lieblingsautor mutiert. Denn auch mit „Mein fernes, fremdes Land“ trifft mich der Autor mitten ins Herz.

Lilly Bere, eine neunundachtzigjährige Frau, will sich das Leben nehmen. Zuvor hält sie aber ihre Erinnerungen in einem Buch fest und die Leserschaft nimmt an ihren Erinnerungen teil. In siebzehn Tagen/in siebzehn Kapiteln blickt sie auf ihr Leben und schreibt sich ihr Leben von der Seele. Siebzehn Tage, siebzehn Tage ohne Bill, Bill, ihr Enkel, ein letzter Verlust, ein Verlust, der der neunundachtzigjährigen Lilly das Herz bricht und sie eine Entscheidung treffen lässt. Empathisch und berührend beschreibt diese starke Frau ihr Leben und der Leser erfährt auch etwas über das politische Geschehen in Irland und das Wirken der unmenschlichen und über Leichen gehenden Fanatiker. Auch die US-amerikanische Politik kommt in den Fokus und ebenso der Rassenhass. Letztendlich nehmen diese politischen Auswüchse und das patriarchale Machtgehabe der mutigen irischen Frau viel Essentielles weg und irgendwann hat ein Mensch keine Lust mehr auf das ach so wunderschöne Leben. Absolut nachvollziehbar wie ich finde! Dennoch hat der Charakter Lilly viel im Leben hinnehmen müssen, ist trotz vieler negativer Ereignisse ihren Weg gegangen, hat es gelernt harte Schläge einzustecken und Lilly konnte dennoch aufrecht und stolz ihren Lebensweg beschreiten. Ein Charakter, der berührt und der einem beim Lesen ans Herz wächst. Und ein Charakter, von dem man lernen kann. Denn sie jammert nicht, sie lebt und versucht dem Leben das Beste abzugewinnen. Viva la Vida! Ein Motto einer Künstlerikone und auch Lilly Bere sieht das ähnlich. Obwohl sie natürlich deutlich pragmatischer ist und ihr das südliche Temperament fehlt. Obgleich Lillys Leben voller Schicksalsschläge ist, wirkt das Buch nicht negativ in seiner Grundstimmung. Und das beeindruckt mich sehr! Sebastian Barry vermag es dennoch dieses Buch positiv wirken zu lassen und transportiert darüber ja auch eine Botschaft an seine Leserschaft! 

Sebastian Barry ist ein Autor, der mit seiner Poesie berührt und auch mit seinen Geschichten. „Mein fernes, fremdes Land“ ist mein drittes Buch von diesem Autor und alle drei Bücher haben von mir 5 Sterne bekommen. Das ist doch wohl eine Ansage! ❤


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