Mein Lesemonat April 2024. Ein bewegender Lesemonat! Mit einem Knaller, mit einem Superbuch, mit einem Leseerlebnis der allerbesten Art, mit einem Leckerbissen. Mareike Fallwickl „Und alle so still“! Schon mit der Wut hat sich Mareike in mein Herz geschrieben, aber mit der Stille übertrifft sie die Wut noch. Sicher ist ein Auslöser für die von mir empfundene Intensität, dass ich selbst im Krankenhaus tätig bin, eine der Care-Arbeiterinnen bin. Sicher ist der Umgang mit uns in der Corona-Zeit ein Auslöser. Trotzdem Covid-Kranke von uns behandelt wurden, trotzdem wir uns der hohen Ansteckungsgefahr durch teilweise fehlende Compliance der psychiatrischen Covid-Erkrankten aussetzten, trotzdem unser Familienleben und das restliche soziale Leben in dieser Zeit eingeschränkt war, erhielten wir in der Psychiatrie aus irgendwelchen Gründen keine Corona-Zulage. Damals begann im mir schon dieses Angry-Gefühl. Weil durch dieses Verhalten und auch durch vorangegangene Veränderungen in der Medizin den Mitarbeitenden klar wird, was sie wert sind. Deswegen schlug die Stille vermutlich auch so sehr bei mir ein. Denn diese Idee eines weiblichen Generalstreiks finde ich schon sehr verlockend. Ich würde Mareike Fallwickl zehn Sterne geben für ihr Buch. Ein Knaller! Definitiv! Ein Buch, dem ich jede Menge Leser wünsche, ein Buch, von dem ich mir erhoffe, dass es Wellen schlägt. Die Reaktion von Rowohlt mit der Merchandise-Aktion klingt etwas nach Wellen. Ich hoffe es so sehr. Und ja, still bin ich nicht!
Der Lesemonat hatte aber auch noch weitere 5 Sterne Bücher zu bieten. Bei den gelesenen 7 Büchern sind 5 5-Sterne-Bücher. Das ist viel, wie ich finde. Zum ersten das schon erwähnte “ Und alle so still“, weiter folgt „Neun Stämme“ von Karl-Heinz Kohl, ein ethnologisches Sachbuch über die Blicke der westlichen Welt auf die Naturvölker, ein Blick auf die Verklärung und die Irrtümer der westlichen Welt, aber ebenso ein Blick auf das indigene Denken dazu. Einfach herrlich. Dann gab es das aufwühlende „Twilight Zone“ von Nona Fernández zu bewundern. Ein Blick auf die Taten der chilenischen Diktatur. Ein weiterer 5 Sterne-Kandidat stammt von Ulrich Woelk. „Mittsommertage“. Ein Blick auf eine Ehe, und ein Blick auf das Gestern und das Heute. Der letzte 5 Sterne Kandidat im April 24 ist dann „Schwestern“ von Julia Korbik. Ein Blick auf das Weibliche, auf die Kraft, die in der weiblichen Schwesternschaft steckt. Aber ebenso ein Blick auf die Problematiken in dieser Schwesternschaft. Interessant! „Lil“ von Markus Gasser und „Mama Odessa“ von Maxim Biller sind beides sehr intensive Bücher, die mir 4 Sterne wert sind. Ein Lesemonat voller Leseempfehlungen! Herrlich! So soll es sein!


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