Rezension zu „Aufrappeln“ von Judith Poznan

„Aufrappeln“ von Judith Poznan ist ein Buch über den Umgang mit einer plötzlichen Veränderung. Wobei diese plötzliche Veränderung zwar plötzlich und unerwartet eintritt, aber dennoch nicht vollkommen plötzlich und unerwartet ist. Klingt komisch. Ist aber leider so. Es geht um eine Paarbeziehung, eine Paarbeziehung, die vor sich hingeht, die dahinplätschert, der das Feuer abhandengekommen ist. Man lebt neben sich her. Und dann kommt der Knall. Vielleicht ist das auch der Grund, dass dieses Aufrappeln besser gelingt. Denn genau diesen Anschein macht es in der Geschichte von Judith Poznan. Die Autorin erzählt dieses gravierende Geschehen absolut leicht und ohne diese manchmal auftretende Dramatik. Sie ist mehr mit dem Funktionieren der beiden ehemalig Verbündeten für das gemeinsame Kind beschäftigt, als dass das Drama einen Platz finden könnte. Aber dieses nicht vorhandene Drama sagt ja auch einiges aus, oder? Klar gibt es die eine oder andere Träne, aber ein Gefühlschaos sieht in meinen Augen anders aus. Und so liest sich dieses Buch über einen Neuanfang leicht und schnell, und die Leserschaft beobachtet diesen Umgang der Erzählerin mit diesem neuen Abschnitt in ihrem Leben und feiert die Erzählerin auch dafür, dass ihr das so leichtfüßig gelingt. Ein schönes Buch über das Leben. Denn auch so kann es ablaufen, so ohne Dramatik. Denn diese Dramatik würzt das Leben und die Liebe, ja, unbedingt, aber manchmal überwürzt diese Dramatik das Leben auch und man verliert die Lust auf etwas Neues. Und dies wird der Erzählerin nicht passieren. Sie beendet dieses Kapitel in ihrem Leben und ist bereit für das Nächste, das irgendwann beginnen wird.


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