Rezension zu „An und für sich“ von Dirk Bernemann

An und für sich. Ja. An und für sich ist alles gut? An und für sich ist alles schlecht? Ja, was denn nun?

Genau dieses was habe ich für mich in diesem Buch nicht finden können. Laut Inhaltsangabe soll es in diesem Buch um die Vereinzelten in unserer Gesellschaft gehen, die ja in den letzten Jahren zugenommen haben. Ja, diese Menschen gibt es. Aber muss es jetzt jedem Vereinzelten unbedingt schlecht gehen. An und für sich nicht. Und wenn es jemandem damit schlecht geht, dann unternimmt dieser Mensch etwas dagegen. Klar, manchmal geht das nicht. Aber deswegen dann an der Welt hadern, griesgrämig durch die Welt gehen und vielleicht etwas neidvoll in die Gegend schauen. Nun, dies mag für manche Menschen zutreffen. Für mich allerdings nicht. Ich sträube mich innerlich dagegen. Vielleicht war das mein Fehler. Aber es ist halt auch mein Gefühl und ich höre auf meine Gefühle. Das kann ich nicht abstellen und vor allem, ich möchte dies auch nicht.

Vielleicht bin ich auch deshalb nicht in dem Buch angekommen. Mir hat der Text weder zugesagt, noch habe ich ihm etwas entnehmen können. An den Betrachtungen über den Jahreslauf teilzunehmen, hat mir keinen roten Faden vermittelt. Klar ist bei uns nicht alles gut und man darf durchaus auch etwas meckern. Da habe ich wahrlich nichts dagegen. Mache ich ja auch. Aber was kommt nach dem Meckern. Richtig, die Aktion. Man kann nicht alles für sich rund machen. Definitiv. Aber man kann es in seinem Rahmen versuchen. Nun mag es Menschen geben, die das nicht können. Durchaus. An die richtet sich wahrscheinlich auch das Buch. Ich möchte diese, meine Kritik auch nicht in Richtung dieser Menschen senden. Ich wollte dieses Buch ja lesen, bzw. ich musste das Buch ja nicht lesen. Ich hatte mich dazu freiwillig entschieden, es hat mich ja niemand gezwungen. Dass ich zu dem Buch gegriffen habe, hatte ja einen Grund. Der Klappentext klingt ja auch richtig gut. Aber, dass was in dem Buch versprochen wurde, kam bei mir nicht so an. Vielleicht ist Dirk Bernemanns Schreibstil nichts für mich, vielleicht triggert mich diese Schreibe. Ist irgendwie anzunehmen. Vielleicht ist es dieses Festhängen in den dunklen Welten, vielleicht ist es die für mich fehlende Aktion, vielleicht ist es die fehlende Möglichkeit für mich in die Geschichte einzugreifen, sozusagen die helfende Hand sein zu können. Vielleicht. Vielleicht triggert mich diese Litanei auch. Wird von allem etwas sein denke ich. Auf jeden Fall und An und für sich ist dieses Buch hier nichts für mich gewesen.

Irgendwie tut es mir auch leid solch eine Rezension zu schreiben, denn das Buch hat viel Arbeit gemacht, hat Dirk Bernemann viel Zeit gekostet, er hat Herzblut und Liebe in dieses Buch gesteckt. Was ich übrigens würdige. Sehr. Ich sage mir immer, schreibe erst einmal selbst ein Buch.

Aber ich habe mir vorgenommen authentisch zu sein und dieses Buch und ich. Wir passen einfach nicht zusammen. Es gibt ja positive Stimmen zu dem Buch. Also ist diese, meine Wahrnehmung nicht bindend für irgendjemanden. Es ist was es ist. Es ist meine Stimme zu dem Buch. Nicht mehr und nicht weniger. Und ich habe mich hier nicht wiedergefunden, mir hat das Buch nicht gefallen, mich hat das Buch getriggert. Vielleicht ist mir auch durch das getriggerte Innere in dem Buch etwas verloren gegangen, auch das kann durchaus sein. Denn ich neige manchmal zu einem gewissen Übersprung. Dies kann auch hier der Fall sein. Bei anderen Lesern kommt es ja anders an. Also ihr Lieben. Ihr müsst wohl selbst ran und erkunden, was dieses Buch mit euch macht. 


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