Rezension zu „Das Pen!smuseum“ von Eva Reisinger und Mareike Fallwickl

Eva Reisinger und Mareike Fallwickl sind die Herausgeberinnen von „Das Pen!smuseum“. In 20 Kurzgeschichten versammeln die beiden Herausgeberinnen und die beiden anderen Autorinnen Sophia Süßmilch und Jovana Reisinger ihre Sichten auf das Patriarchat und präsentieren neue Umgangsmöglichkeiten. Umgangsmöglichkeiten, die es in sich haben. Denn sie sind, nun ja, durchaus recht überspitzt und scharf gewürzt. Andrea Zapanta Scharf illustriert diese Kurzgeschichten. Insgesamt betrachtet ist dadurch eine interessante Mischung gelungen. 

Was ich gut gelungen fand, ist dass die Kurzgeschichten teilweise miteinander verbunden sind, manche schon beschriebenen Figuren in anderen Kurzgeschichten wiederkehren, so dass das Ganze etwas in Richtung Roman tendiert.

Unsere patriarchale Welt ist ja nun wirklich kein Schlaraffenland für uns Frauen. Wir haben in mehrfacher Hinsicht gefälligst zu funktionieren und wenn wir dagegen aufbegehren, haben wir schnell unseren Ruf weg. Wobei dieser Ruf auch einen gewissen Segen bietet. Hält er doch manche Zeitgenossen auf Abstand. Dennoch baut solch ein Ruf auch Schranken auf, die die Kraft zum Behindern haben. Und das alles macht wütend. 

Wenn man seine Wut in die richtigen Bahnen lenkt, können daraus bahnbrechende Ideen entstehen. Siehe die beiden Romane der Fallwickl, „Die Wut, die bleibt“ und „Und alle so still“. Ich liebe beide Bücher sehr, ich feiere sie, ich brenne für sie!

Nun könnte man meinen, dieses Buch hier geht in die gleiche Richtung. Wenn man dies erwartet, könnte man etwas enttäuscht sein. Denn diese Sammlung an Kurzgeschichten gerät etwas anders.

Hier dominiert eine absolut überzeichnete Darstellungsweise. „Das Pen!smuseum“ ist ein sehr boshafter Blick auf unsere Welt, ist überspitzt-zynisch dargestellt, brilliert mit einem schwarzen Humor, der es in sich hat und präsentiert weibliche Lösungen aktueller Fragen, die, nun ja, durchaus auch etwas fragwürdig sind. Dies ist durchaus gewollt, erzeugt Lacher bei der Lektüre. Was ja nicht schlecht ist bei diesem doch eher schlechte Laune produzierendem Thema. Doch was macht das dann noch? Dies darf sich jede Leserin selbst beantworten.

Für mich und meinen Gusto nimmt dieser überspitzte Blick dem Buch den fünften Stern. Dies mag jetzt vielleicht so manche Leserin erstaunen. Sind doch feministische Bücher für mich Bücher mit magischer Anziehungskraft und meist bewerte ich sie dementsprechend auch hoch. Dies kann ich bei diesem Buch hier nicht. Thematisch brenne ich für den Feminismus, für Matriarchate. Ich hasse das Patriarchat leidenschaftlich! Aber der Humor in diesem Buch hier nimmt dem Thema für meinen Geschmack eine gewisse Authentizität, macht das Thema auch etwas lächerlich. Was ich sehr schade finde. Meine Vier Sterne Bewertung zeigt ja an, dass ich das Buch durchaus gut finde. Aber der fünfte Stern geht für mich hier aus dem oben genannten Grund nicht. Nennt mich humorlos, meinetwegen macht das. Aber das ist meine Empfindung zu diesem Buch.

⭐⭐⭐⭐


Hinterlasse einen Kommentar