Rezension zu „Geständnisse“ von Kanae Minato

Ich würde sagen, ich habe hier einen absolut spannenden, interessant aufgebauten, bitterbösen und raffiniert konstruierten Krimi gelesen. Das Ende hat es wirklich in sich und hallt noch eine lange Zeit nach.

Zur Handlung: Die vierjährige Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Yuko Moriguchi ist im Schulschwimmbad einer japanischen Mittelschule ertrunken; ein tragischer Unfall? Doch bald ergibt sich ein anderes Bild! Einige Wochen später kündigt die Lehrerin ihre Stelle an der Schule, doch bevor sie geht, will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß inzwischen, dass einige ihrer Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden und ebenso raffinierten Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache in Gang, um Gewalt und Wahnsinn, ein tödliches Drama an dessen Ende niemand, weder Erwachsene noch Kinder, unbeschadet davonkommen.

Der Aufbau des Buches lässt die verschiedenen Protagonisten zu Wort kommen und ermöglicht so schließlich dem Leser einen völlig ungeschönten Blick auf menschliche Ziele/Wünsche und erschreckende Abgründe, die immens schockieren und den Leser immer mehr in einen Abgrund ziehen. Ein perfides Spiel, welches hier von verschiedenen Seiten gespielt wird, gleichzeitig hat es aber Folgen für alle Beteiligten. Heftig und zutiefst verstörend, aber die gezeichneten Charaktere entbehren leider keiner Authentizität. Gleichzeitig ist dieses Buch aber auch eine Kritik an einer nur auf Leistung orientierten Gesellschaft, die ihre Menschen vergisst. Es ist kein Wunder, dass dieses Buch in Japan so erfolgreich war. Mit einer immensen Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschliche Seele und ihre Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato in ihrem ersten Buch eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Und die Leser lässt dieses Buch auf weiteres aus der Feder dieser Autorin hoffen. Unbedingt lesen!


Hinterlasse einen Kommentar