Rezension zu „Wachs“ von Christine Wunnicke

Das Buch „Wachs“ von Christine Wunnicke war mein zweites Buch der diesjährigen Longlist. Es ist eine Liebesgeschichte, es ist ein Blick auf zwei außergewöhnliche Frauen, ein Blick auf die Zeit der französischen Revolution. Eine Zeit, die mich irgendwie fasziniert, aber auch abschreckt, denn der Mensch ist nun mal der Mensch. Hauptpersonen des Buches sind Marie Bihéron (1719 bis 1795) und Madeleine Basseporte (1701 bis 1780). Zwei real existierende Frauen. Zwei Frauen, die dem Bild, was für sie entworfen wurde, nicht entsprechen wollen, aufbegehren und ein Leben leben, was sie selbst bestimmen. Zwei Charaktere, die mich natürlich beeindrucken. Zwei Menschen, von denen ich hier im Buch zum ersten Mal höre/lese. Was ich sehr schön finde. Denn dass es schon früher Frauen gab, die nicht hinnehmen wollten, was die Gesellschaft für sie vorgesehen hatte, weiß man irgendwie, dennoch verortet man weibliches Aufbegehren eher in spätere Zeiten. Daher ist es sehr schön von Frauen zu lesen, die auch in früheren Zeiten ihre Selbstbestimmung einforderten. Ich habe vor einiger Zeit eine Doku über die Frauen der französischen Revolution auf Arte gesehen, die ebenso fast gänzlich unbekannt sind, die es aber durchaus gab. Was das Bild von Eugène Delacroix über die Französische Revolution ja auch zeigt, auch wenn dieses Bild die Frau barbusig darstellt, was wahrscheinlich eher der männlichen Phantasie als den Tatsachen entspricht. Dennoch kommt dieses Bild ja nicht einfach so daher. Denke ich mir zumindest. Aber zurück zu Marie und Madeleine und dem Buch „Wachs“. Marie seziert Leichen, modelliert aus Wachs anatomische Modelle, Madeleine zeichnet Pflanzen und lehrt das Zeichnen, beide verdienen selbstbestimmt ihren Lebensunterhalt. Christine Wunnicke spinnt um diese beiden Personen ihr Buch. 176 Seiten, die von zwei Frauen erzählen, natürlich passt auf diese Seiten nicht das durchgehend erzählte Leben der zwei Persönlichkeiten, episodenhaft erhält man Einblicke auf das Leben der zwei bemerkenswerten Frauen. Episodenhaft blickt man auf das 18. Jahrhundert und eben auch auf die Französische Revolution. Ein interessant gemachtes Buch, welches ich empfehle, denn Marie und Madeleine sind es wert nicht vergessen zu werden. Danke fürs Sichtbarmachen Christine Wunnicke! Durch das episodenhaft geschriebene Buch entbrenne ich nicht vollkommen, denn thematisch entzündet mich das Buch um so mehr. Von daher empfehle ich dieses Buch sehr! Lesen!


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