Rezension zu „Pearly Everlasting“ von Tammy Armstrong

Pearly Everlasting. Was für ein Charakter! Pearly verzaubert mich, durch ihre Art, das Leben zu sehen, durch ihre Stärke, dem Leben zu begegnen, durch ihre Sicht, Tiere als gleichwertige Partner zu betrachten, durch ihren Mut und durch ihre Kampfbereitschaft, durch ihre Entschlossenheit. Pearly Everlasting ist so ein Charakter, dem ich begegnen möchte. Denn Pearly Everlasting habe ich geliebt. Ich war eh bissel traurig, dass das Buch endete. Ich wäre gern noch länger mit Pearly weiter gereist. 

Pearly Everlasting. Was für ein Name! Im Deutschen würde das Silberimmortelle bedeuten. Doch würde ich wirklich Silberimmortelle heißen wollen? Weiß nicht. Einen Klang hat er auf jeden Fall, dieser Name. So ein bissel Goth blitzt hier auch hervor. Passt meines Erachtens nach nur weder in die Zeit noch in die Landschaft, der Goth Gedanke. Nicht der Name. Der passt natürlich. In das Buch. Und in die Köpfe, die von Pearly verzaubert wurden. 

Der Charakter Pearly Everlasting lebt in der kanadischen Wildnis im Jahre 1934 in wechselnden Holzfällercamps in sehr ärmlichen Verhältnissen. Pearly und ihr Bruder Bruno, ihre Schwester und die Eltern bilden das familiäre Grundkonstrukt, dass die Autorin Tammy Armstrong hier gebildet hat. Wobei der Begriff Familie hier etwas weiter greift. Denn Bruno ist ein Bär. Basierend auf einem Foto, welches der Autorin in ihren Fokus rutschte, entstand diese Geschichte. Nun mag das uns als Mitgliedern der westlichen Zivilisation etwas wunderlich erscheinen. Wenn man allerdings ethnographisch auf das Geschilderte schaut, erscheint es gar nicht mehr so wunderlich. In den meisten indigenen Kulturen ist der Blick auf unsere tierische und pflanzliche Umgebung ein völlig anderer. Ich tendiere ja eher in die Sichten der Indigenen und finde unseren Umgang mit unserer Umgebung höchst verwerflich. Von daher. Warum nicht. Warum darf kein Bär der Bruder in einem Familienkonstrukt sein? Und warum sollte man als Mensch nicht für den tierischen Bruder kämpfen?

Nun wird in den Holzfällercamps der Dreißiger Jahre in Kanada die Nähe zur Natur und auch die Nähe zu indigenen Lebenssichten und eventuell auch der Kontakt zu indigenen Lebenswelten, den es definitiv gab, nicht im Buch, aber in der Realität, zu anderen Vorstellungen der Natur gegenüber verholfen haben. Und von daher ist dieses Buch, diese Geschichte gar nicht mehr so märchenhaft, wie sie vielleicht manchem Leser erscheint. „Pearly Everlasting“ zeigt halt nur einen völlig anderen Blick auf unsere Umgebung. Für mich einen realeren Blick. Denn unseren westlichen Blick auf unsere Umwelt finde ich eher völlig fehlgeleitet!

Tammy Armstrong hat es geschafft mich mit ihrem Buch an Louise Erdrich zu erinnern und dies meine ich keiner Weise negativ. Tammy Armstrong hat eine wunderschöne Geschichte geschrieben, die ich sehr gern gelesen habe, die ich sehr laut empfehle. Ich bin auf eine weitere Autorin gestoßen, die ich beobachten werde. Pearly Everlasting als titelgebende Figur ist besonders gelungen, da sie mich in vielerlei Weise anspricht und mein Herz erwärmt. Ich kann nur völlig begeistert rufen, Leute, lest dieses Buch! Liebe ich! Sehr! ❤❤❤

⭐⭐⭐⭐⭐


Hinterlasse einen Kommentar