Rezension zu „Bittersüss“ von Hattie Williams

Die junge Charlie arbeitet in einem Verlag in London, das Leben erscheint leicht, alles ist rund. Doch in diesem Verlag arbeitet ihr Lieblingsautor, und diesem begegnet sie natürlich. Doch diese Begegnung verläuft anders als Charlie sich diese vorgestellt hatte. Richard Eveling. Dreißig Jahre älter als Charlie. Und ein Frauenheld. Dem Charlie nicht wirklich etwas entgegensetzen kann. Denn Charlie trägt noch etwas mit sich rum. Nun, dies riechen ja solche Charmeure für gewöhnlich. Und so beschreibt „Bittersüß“ ein Drama. Ein Drama, das es schon oft gab. Ja. Und auch ein Thema, welches mich nicht völlig umhaut und schon gar nicht begeistert. 

Und dennoch. Ich muss sagen, dieses „Bittersüß“ liest sich richtig gut weg. Trotzdem mich dieses Thema doch völlig nervt, Hattie Williams kann schreiben und mit ihrer Kunst wird eben dieses Thema nicht nervig, ich fühle mich nicht angeödet und angewidert. Nein, ich bin in einem Lesefluss, der mich nicht loslässt. Denn man will schon wissen was passieren wird und wie die Figuren, vor allem Charlie, hier durchkommen. Ja, diese Thematik ist vorhersehbar und sie triggert mich. Dennoch. Hattie Williams beschreibt diese Thematik richtig gut. Ich habe ein richtig gutes Buch gelesen. Kein 5 Sterne Buch. Nein. Und auch kein Buch, welches mich völlig umhaut. Aber ein gutes Buch. Mit einem konstant bestehenden Lesefluss und einer Spannung, die ich in dieser Thematik für mich wirklich schwer machbar erachte. Denn diese Thematik macht ja auch was mit mir. 

Man könnte meinen, dass dies alles etwas viel wäre. Das, was Charlie passiert. Vielleicht zu viel, vielleicht klischeehaft. Ja. Vielleicht. Denn passiert so etwas nicht?! Gibt es so etwas nicht in real? Ist es dann zu viel. Mitnichten. Es ist vielleicht zu viel, weil man sich dagegen sperrt, weil man nicht zugeben will, dass so eine Gemengelage existiert. Weil man bedauert, dass so etwas passieren kann. Weil man diesen Charmeuren sonst etwas wünscht. Doch diese Wünsche machen reale Geschichten nicht unexistent. Und so wird diese Thematik immer wieder Leser finden. Und wenn diese Thematik so gut umgesetzt wird, wie Hattie Williams das schafft, dann hat man ein gutes Buch vor sich und irgendwann hinter sich. 

Und wenn man sich fragt, warum ich dieses Buch gelesen habe. Nun ja. Ich sagte ja schon, das Buch triggert. Weil ich etwas negiere und ich dennoch weiß, dass es dies gibt. Weil mir manche der Mädels, die auf so jemanden reinfallen, leidtun. Und weil ich ja dennoch gern in gut geschriebenen Geschichten versinke. Und Hattie Williams hat mit „Bittersüß“ eine sehr gut geschriebene Geschichte geliefert. Eine Thematik, die triggert. Aber eine Thematik, die in einer sehr gut geschriebenen Geschichte umgesetzt wurde. 

⭐⭐⭐⭐


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