Rezension zu „Ich werde allein sein und ohne Party“ von Sara Barquinero

Ein junge namenlose Frau ist die Erzählstimme in diesem Buch. Bei einem Aufenthalt bei ihrer Familie in Zaragoza findet sie ein Tagebuch. Und dieses Tagebuch nimmt sie völlig in Beschlag. Ein Tagebuch einer Unbekannten, die naiv auf ihren Geliebten wartet, ein Geliebter, der anscheinend nicht auftaucht. Das Tagebuch stammt aus dem Jahre 1990, gefunden wird es dreißig Jahre später und dennoch macht sich die namenlose junge Frau auf die Suche nach der Tagebuchschreiberin Yna und ihrem Geliebten Alejandro. Diese Suche nach den beiden Unbekannten wirkt obsessiv und sehr impulsiv. Ihr reales Leben blendet sie aus, auch, dass sie mit ihrem Freund eigentlich in den Urlaub fahren wollte. Doch was will die namenlose Frau wirklich und warum triggert sie dieses Tagebuch so sehr? Fragen, die man sich als Leser stellt und Fragen, die sich auch die junge Frau stellt. Eine Suche nach Unbekannten und gleichzeitig eine Sinnsuche par excellence. Intensiv und eindringlich. Ich mochte die Erzählstimme nicht wirklich. Aber Sara Barquinero entfacht in ihrem Roman ein Feuer, dem man folgen möchte, auch wenn diese namenlose junge Frau etwas unsympathisch daherkommt. Unsympathisch nicht wegen ihrer Suche, nicht wegen ihrem Finden, nicht wegen ihrem sich Nachspüren, unsympathisch hauptsächlich wegen ihrer unstrukturierten Suchen. Dies wirkt alles sehr sprunghaft. Wobei ich mich gefragt habe, was sie bis jetzt über sich herausgefunden hatte, nach welchen Prinzipien sie bisher gelebt hatte, ihre bisherigen Lebensentwürfe ihrem eigenen Zutun entsprungen sind. Im Text wird klar, dass wohl ein Druck seitens des Elternhauses bestand. Dem sie dann wohl nachgegeben hat. Muss ich nicht gutheißen. Dennoch ist das aber nachvollziehbar. Und authentisch. Gibt es ja auch in real. Hier kommt etwas, was sie wachrüttelt, in Form eines Tagebuchs einer Yna. Und dieses Tagebuch leitet ein Sinnieren und ein Neuordnen ein. Es gibt ja so einige Menschen, denen man so eine Inspiration wünscht. Dass sie zum Nachdenken kommen und ihr Leben in die eigene Hand nehmen. Wir haben ja nur dieses eine Leben. Und das sollte schön sein!

Ich habe „Ich werde allein sein und ohne Party“ von Sara Barquinero sehr gern gelesen. Eine durchaus sehr interessante Geschichte! Die Hauptfigur war nicht meins, daher 4 Punkte von mir, aber das Geschehen ist sehr interessant, vor allem weil es nicht vorhersehbar daherkommt und immer wieder überrascht, und auch nicht völlig auserzählt wird. Eine Person, die sich so von einem Tagebuch triggern lässt, ihre Realität sausen lässt, um sich völlig obsessiv den ihr fremden Leben zu überlassen, so eine Person wird wahrscheinlich länger brauchen ihre eigenen Dinge zu ordnen, falls sie es überhaupt schafft. Eine psychologische Hilfe wäre hier sicher hilfreich in meinen Augen. Aber dahin muss diese namenlose Stimme erst noch kommen. Man kann nur hoffen, dass sie dies schafft. Eine wirklich interessante Geschichte. Vielleicht auch eine triggernde Geschichte, je nachdem, wem sie vor die Augen kommt und was die Leserschaft daraus mitnimmt. 

⭐⭐⭐⭐


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