Rezension zu „Mit anderen Augen“ von Jane Tara

Als Frau unsichtbar werden. Kennen wir in unserer Gesellschaft. Wenn man gewisse Altersgrenzen überschreitet und/oder der Alterungsprozess einsetzt, der Körper eben nicht mehr taufrisch ist. Ein eigentlich normaler Vorgang. Der aber in unseren Medien nicht unbedingt gewürdigt wird. Wobei hier Männer nicht so betroffen sind. Was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Über unsere patriarchale Welt und ihre Sicht auf die Weiblichkeit? In der nur die Jugendlichkeit und Frische uns Aufmerksamkeit ermöglicht. Einfacher ermöglicht. Ja. Denn auch hier gab und gibt es Veränderungen zum Gestern. Aber ein gleichmäßiger Umgang mit beiden Geschlechtern ist noch nicht zu beobachten. Was aussagekräftig ist. Sehr aussagekräftig, wie ich finde.

Und anscheinend nicht nur ich. Das geht anderen Frauen auch so. Wird ja auch immer wieder thematisiert. Aber warum soll der Mann seinem Kontrahenten Frau auch einfach das Feld räumen? Hat ja auch etwas mit dem Thema Gier zu tun.

Die australische Autorin Jane Tara hat zu diesem Thema ein Buch geschrieben, es etwas humorvoll verpackt und ihm auch nicht unbedingt eine Schärfe verliehen. Was man kritisieren könnte. Andererseits aber muss ja auch nicht immer alles völlig geschärft und damit vielleicht auch überwürzt daherkommen. 

Vielleicht erreicht man das Gleiche auch mit einer Portion Humor und erreicht über diesem Weg vielleicht auch noch mehr Leser/Leserinnen. Mehr Menschen, die aus diesem Buch etwas mitnehmen und unsere westliche Gesellschaft etwas kritischer betrachten. Wenn eine australische Autorin über diese Thematik schreibt, scheint dies ja auch ein Thema der westlichen Sphäre zu sein. Des Patriarchats eben. 

Hier in dem Buch wird dieses Unsichtbarwerden aber in eine Krankheit verwandelt, die dafür sorgt, dass anfänglich Körperteile verschwinden, nicht mehr sichtbar sind und im späteren Stadium die ganze Frau. Und dass es Ursachen dazu gibt und frau dagegen vorgehen kann. Was der Handlung Würze verleiht und der Leserschaft Nahrung. Herrlich. 

Dass die Liebe auch eine Möglichkeit des dagegen Vorgehens ist, nun ja, das hat mir nicht so sehr gefallen. Der Mann als Erlösung. Nun ja. Das geht sicher auch anders. Aber gut. Ist hier halt so umgesetzt. Aber es wird ja auch nicht als alleiniges Mittel gegen die Unsichtbar-Erkrankung vorgestellt. Und von daher passt das schon in diese Geschichte. Nicht so kleinlich sein, habe ich mir gesagt. 

Denn das Buch ist richtig gut und schön lesbar. Wer noch eine Urlaubslektüre sucht, ist hier gut aufgehoben. Ein schweres Thema wird in einer Leichtigkeit umgesetzt. Schön!

⭐⭐⭐⭐⭐


Hinterlasse einen Kommentar