Rezension zu „Die größte Erfüllung“ von Sonja Weichand
Zwei Frauen. Lore und Esi. Freundinnen. Doch sind sie das wirklich? Können wir das für uns sein, gegenseitige Freundinnen? Oder sind wir schon derartig im patriarchalen Weltbild verortet, dass wir aufhören Freundinnen zu sein, Freundinnen sein zu wollen? Ich weiß, ein heftiges Thema. Aus Freundinnen werden Konkurrentinnen. Wie geht das? Denn eigentlich ist das doch ein NoGo. Eigentlich. Wenn da nicht ein gewisser Egoismus wäre. Doch ist dies wirklich nur ein Egoismus? Oder kommt hier nicht noch etwas Dunkleres? Man möchte gewinnen. Ja! Aber möchte man nicht auch noch schaden? Und ist dieses Konkurrenzdenken nicht auch etwas durchaus Kapitalistisches. Man muss besser sein. Man will mehr. Immer mehr. Doch wie lange geht diese Gier nach mehr? Warum gibt es Gesellschaften, in denen ein polygames Zusammenleben ermöglicht wird? Und warum funktioniert dies in unserer Welt nicht? Darf das etwa nicht funktionieren? Weil Vereinzelung einem Zusammenschluss entgegenwirkt und damit eine verbesserte Lenkung ermöglicht wird? Denn dieses Frauen- und Männer-Dings in unserer Gesellschaft, warum ist das denn so? Ist das wirklich sinnvoll, oder wirft das denn nicht so viele Probleme mehr auf? Macht das das Leben nicht noch anstrengender? Wer hat denn dann etwas davon? Vielleicht sollte man einmal so auf diese Thematik schauen. Ich weiß. Viele Fragen. Doch warum nicht? Wer schreibt uns denn vor nicht aus vielen verschiedenen Blickwinkeln auf eine Thematik zu schauen?
Sonja Weichand schaut in „Die größte Erfüllung“ auf diese große Erfüllung, die uns Frauen so bildschön und farbenprächtig in vielerlei Ausführung von klein auf vorgegaukelt wird. Warum ist das denn so? Weil dies ein Funktionieren implementiert. Unser Funktionieren. Weibliches Funktionieren. Auf das die Männlichkeiten anderes tun können. Jagen. Geld verdienen. Und so vieles mehr. Ja, dieses Mehr. Ein Mehr, dass es vielleicht bald nicht mehr gibt. Und wir machen wie dressierte Affen bei diesem Spiel mit. Dressierte kleine Äffchen, die größte Erfüllung. Wenn‘s weiter nichts ist. Aber gerne doch.
Mitnichten!
Heutzutage bemerkt man allerorten ein weibliches Aufwachen. Pretty Woman und Dirty Dancing ziehen halt nicht mehr. Die heutigen Frauen wachsen anders auf. Sie hinterfragen. Und das ist gut so.
So wie Sonja Weichand in ihrem Buch „Die größte Erfüllung“ hinterfragt. Unsere Lebensmottos hinterfragt. Was wollen wir Frauen wirklich? Wollen wir das dressierte Äffchen oder die autarke Göttin? Geht diese autarke Göttin für jede Frau in unserer Gesellschaft? Oder sind nicht eher einige Frauen schon allein in ihrer Berufswahl eingeschränkt, da sie monetär in gewissen Berufen sich eine Autarkie gar nicht leisten könnten. Und natürlich. Das ist in unserer Gesellschaft rein zufällig so. Klarer Fall. Eine Hexe, die hier etwas Böses vermutet!
Die größte Erfüllung. Was ist unsere größte Erfüllung? Wir verkaufen uns für Lohn, Prestige, Macht. Wir alle. Frauen und Männer. Doch was brauchen wir wirklich? Lest, was Esi und Lore dazu meinen! Für mich ein wunderbares Buch. Ein Tipp! Ein Highlight! Ein Gewinn!
⭐⭐⭐⭐⭐
Rezension: © Booquinia
Unbezahlte Werbung, Coverbild des Buches: © Books on Demand
Gegenwartsliteratur
2025 bei Book on Demand erschienen
978-3-819-29838-7
340 Seiten
