Rezension zu „Goldstrand“ von Katerina Poladjan

Von Katerina Poladjan kenne ich schon „Hier sind Löwen“ und dieses Buch hatte mir damals sehr gefallen. Dies ist bei diesem Buch hier nicht ganz so. Dies liegt aber nicht an Katerina Poladjan und ihrer Schreibweise. Diese ist brillant. Da gibt es nichts auszusetzen. Was mir in diesem Buch nicht gefallen hat, war eindeutig die Hauptfigur. Eli, früher ein gefeierter Filmregisseur, liegt auf der Couch einer Dottoressa und blickt auf sein Leben, auf die Familiengeschichte. Diese Familiengeschichte bewegt sich durch verschiedene Länder in Europa, ist hervorragend erzählt. Aber dieser Hauptcharakter, nun ja, er war einst ein gefeierter Filmregisseur, und jetzt, nun jetzt, was ist er? Ein Mann, der quengelnd auf sein Leben schaut. Nun sind quengelnde Kinder schon eine Herausforderung. Aber erwachsene Männer. Nun ja. Nicht mein Geschmack! Das widert mich eher etwas an. Man könnte nun mit einem lachenden Auge auf diesen Menschen in Rom schauen, der hier seine Sicht auf sein Leben erzählt. An der Art, wie er sein Leben erzählt, erkennt man schnell was für ein Charakter da vor der Dottoressa liegt. Durch weitere Familienangehörige wird man nur in seinen Sichten bestärkt. Und dieser Eli, dieser Mann, nun er hat wenig Männlichkeit in sich. Und das regte mich einfach nur auf! Worauf man hier wiederum sagen kann, dass die Autorin ganze Arbeit geleistet hat, in mir diese Reaktion hervorzurufen. Hat sie. Keine Frage. Katerina Poladjan kann schreiben. Auf jeden Fall!

Aber solche Menschen wie Eli. Ich verabscheue sie tief und innig. Begegnen sie einem doch im Leben immer wieder und immer fort. Ja, schuld an den negativen Dingen im eigenen Leben sind immer die Anderen. Nie man selbst. Und dies tun sie kund. Laut und recht verständlich. Man selbst möchte vor diesen Zeitgenossen die Flucht ergreifen. Denn nicht zu ihnen passende Meinungen werden von ihnen meist recht erfolgreich ignoriert. Und so sind sie in ihren Augen die vollkommenen Meister und die Anderen, nun sie haben einfach nicht Recht. Nur sie selbst sind in allem unfehlbar. Obwohl sie wissen, dass dem nicht so ist. Dennoch bleiben sie bei ihrem Denken. Widerliche Menschen. Sorry, dass ich das so schreibe. Aber dies ist meine Empfindung. Solche Menschen wie Eli, ich meide sie, denn diese Energieräuber braucht niemand. Eine Dottoressa kann nicht fliehen. Wie auch andere Berufsgruppen nicht vor ihnen fliehen können. Aber im Privatleben kann man sich vor solchen Exemplaren à la Eli erfolgreich schützen und ihnen einen guten Weg wünschen.

Ihr seht, dass Buch hat mich erfolgreich getriggert! Damit scheint dieser Eli richtig gut gelungen zu sein! Und das Buch erscheint sicher sehr gut. Denn, ja! Katerina Poladjan kann hervorragend erzählen. So gut, dass sie mich mit ihrem Eli perfekt getriggert hat!

Wem so etwas, solche Charaktere, gefallen, ran an dieses Buch. Eine Leseempfehlung kann ich nicht aussprechen. Versteht sicher jeder, der den Text gelesen hat. 😂

⭐⭐⭐⭐ 

Rezension: © Booquinia

Unbezahlte Werbung, Coverbild des Buches: © S.Fischer Verlag

Gegenwartsliteratur

2025 bei S. Fischer erschienen

Vielen Dank an @NetGalley und an den S. Fischer-Verlag für das mir zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

978-3-10-397176-7

160 Seiten


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