Rezension zu „Um uns nur Dunkelheit“ von Tracey Rose Peyton

„Um uns nur Dunkelheit“ ist ein historischer Roman, der das Thema der Sklaverei beleuchtet. Zu diesem Thema habe ich schon so einiges gelesen. Denn dass, was Menschen anderen Menschen antun können, beschäftigt mich schon eine lange Zeit. Aber ich habe noch nie etwas vergleichbares gelesen. Vergleichbar in der Art der Schreibe, im Aufbau des Romans. In der Außergewöhnlichkeit der Schreibe ist dieser Roman hier vielleicht mit der „Underground Railroad“ vergleichbar. Nicht, weil dieses Buch hier irgendwie Ähnlichkeiten mit der Railroad hat. Sondern eher, weil das Ungewöhnliche beide Bücher verbindet. Das Ungewohnte in „Um uns nur Dunkelheit“ ist eben jene im Titel schon erwähnte Dunkelheit. Und damit meine ich nicht das Dunkle der Thematik der Sklaverei. Hier meine ich ein dunkles Wissen, welches dem Roman innewohnt, und was mich wirklich sehr beeindruckt hat. Mein dunkles Herz konnte hier richtig schwelgen.

Frauen, weibliche Sklaven stehen hier zentral und genau diese Frauen begegnen ihrer schlimmen Situation in einer völlig ungewohnten Weise. Eine vergleichbare Stimmung herrscht in „So gehen wir denn hinab“ von Jesmyn Ward. Auch da gibt es dieses alte Wissen. Nur ist diese Stimmung in „Um uns nur Dunkelheit“ viel intensiver und viel dunkler gezeichnet. Die Herkunft der Frauen spielt eine Rolle. Vielleicht nicht unmittelbar, denn das Buch handelt in Texas im Jahr 1852. Die Zeiten der großen Sklaventransporte aus Afrika sind vorbei. Der Sklavenhandel ist seit 1808 verboten. Dennoch gab es noch Schiffe, das letzte bekannte kam in Alabama im Jahr 1860 an. Es befanden sich 4 Millionen Sklaven in den Südstaaten, 4 Millionen Menschen. Das muss man sich mal vorstellen. Im 17. Jahrhundert begann dieses Drama der Sklaverei in den Amerikanischen Kolonien. Drei Jahrhunderte also. Drei Jahrhunderte, in denen Menschen aus einer anderen Kultur in den USA ankamen, Kinder bekamen, Generationen lang. Afrikanische Kulturen, Afrikanische Denke, Afrikanische Götter und Göttinnen trafen auf Europäisch/Amerikanische Denke. Manches blieb, manches verschwand. Bei den Frauen im Buch blieb so einiges. 

Wer mit Hekate, Kybele, Astarte, Tanit, Hathor, Isis, Al Lat, Demeter, Artemis, Brigid, Frigg, Freya und Durga, Kali, um nur einige zu nennen, etwas anfangen kann, ist in diesem Buch hier goldrichtig. Denn dieses alte Wissen, das es überall gab, verbindet die Kulturen unserer Erde. Ebenso wie es alte Symboliken auf jedem Erdteil gibt. Siehe das Symbol der Spirale. Um nur eines zu nennen. Für mich ist dieses Symbol wichtig und ich verbinde mit der Spirale etwas. Jeder, der es ähnlich geht, rate ich zu diesem Buch hier, sicher auch so manch einem Mann. Mich hat diese Dunkelheit hier in ihren Bann gezogen. Wobei ich sagen muss, dass dieses Dunkle anfänglich mehr spürbar war, später verlor es sich etwas in der Handlung.

Und die Handlung, absolut spannend und sehr traurig. Weglegen kann frau dieses Buch kaum. Man fühlt sich wie gefangen. Und ja, ich war traurig am Schluss, ich wäre sehr gern noch weiter mit den Protas gereist. Die Protas sind sechs Sklavinnen, Nan, Serah, Junie, Patience, Alice und Lulu, intensive Figuren, aber unterschiedlich intensiv gezeichnet, was auch mit der Zeit ihres Auftritts zusammenhängt. Serah und Nan haben es in mein Herz geschafft. Natürlich Nan, jede, die das Buch gelesen hat und aufmerksam die Rezi liest, wird wissen warum. Und ja, ich habe geweint.

Lesen! Unbedingt! 

⭐⭐⭐⭐⭐


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